Zum Auspolieren feiner Kratzer im Edelharz hat sich Wenol bewährt; diese Politur wird auch von Montblanc selbst verwendet und empfohlen, und eine Tube hält praktisch ewig. Für Teile aus Acrylglas eignet sich zusätzlich Displex. Auch spezielle Edelharz-Polierwatte aus dem Zubehörhandel liefert gute Ergebnisse – ein zerkratzter Meisterstück-Kugelschreiber lässt sich damit optisch fast wieder in den Neuzustand versetzen. Teure No-Name-Polituren, wie sie im Versandhandel für rund 16 Euro angeboten wurden (Stand 2011), bieten gegenüber den eingeführten Mitteln keinen erkennbaren Vorteil.
Anders liegt der Fall bei tieferen Schäden: Risse und eingravierte Widmungen lassen sich nicht herauspolieren. Der naheliegende Gedanke, sie mit einem Zweikomponenten-Kunstharz aus dem Bastelbedarf zu verfüllen, nach dem Aushärten mit feinem Schleifpapier in Form zu bringen und anschließend zu polieren, ist theoretisch denkbar, unter Sammlern aber nicht etabliert; belastbare Erfahrungsberichte dazu fehlen. Die eigentliche Schwierigkeit liegt weniger im Verfüllen als im farblich exakten Anpassen der Harzmasse an das gealterte Edelharz. Für solche Schäden führt der Weg daher in der Regel über eine Fachwerkstatt oder – bei Montblanc – über den Hersteller selbst.