Eine fehlende Nummer ist bei Montblanc für sich genommen kein Fälschungsmerkmal. Gerade Special Editions und Limited Editions tragen häufig weder eine Seriennummer noch eine fortlaufende Limitierungsnummer. Beim Arturo Toscanini ist beides nicht vorhanden; auf dem oberen Kappenring findet sich lediglich die Herkunftsangabe Germany. Ein Verkäufer, der auf Nachfrage keine Nummer findet, beschreibt das Schreibgerät insofern zutreffend.
Seriennummern im Kappenring, wie sie heute jedes neuere Montblanc-Schreibgerät aufweist, wurden erst um 1990 allgemein eingeführt und erreichten die Sondereditionen zugunsten des Musik- und Kulturengagements noch später: Nach Sammlerangaben gehören der John Lennon und der Bach zu den ersten Stücken dieser Reihe mit Seriennummer, auch der Brahms hat eine. Ob einzelne frühere Ausgaben wie der Leonard Bernstein bereits eine Nummerierung tragen, ist nicht abschließend geklärt — als Special Edition war der Bernstein jedenfalls nicht limitiert und damit auch nicht durchnummeriert. Umgekehrt gilt: Eine vorhandene Nummer beweist nichts, denn auch Seriennummern und Zertifikate werden inzwischen gefälscht.