Eine abschließende Positivliste nach dem Muster „ein Original hat immer dieses Merkmal“ lässt sich seriös nicht aufstellen. Fälschungen werden fortlaufend überarbeitet und übernehmen gerade jene Merkmale, an denen man Originale zuvor sicher erkannte. Das gilt etwa für das Imprint „Pix“ unter dem Clip von Kugelschreibern, das lange als verlässliches Echtheitszeichen galt und inzwischen ebenso auf Fälschungen zu finden ist. Eine solche Liste würde deshalb eine Sicherheit vortäuschen, die es bei Fälschungen nicht geben kann.
Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: bekannte Fälschungsmerkmale sammeln und ein Stück auf Abweichungen bei Verarbeitung, Gewicht, Materialanmutung, Gravuren, Passungen und Gestaltung prüfen, möglichst im direkten Vergleich mit einem zweifelsfrei echten Schreibgerät derselben Baureihe. Unterschiedliche Beschriftungen sind dabei nicht automatisch verdächtig: Dass ein Kugelschreiber zusätzlich „Pix“ trägt, ein Tintenroller dagegen nicht, ist normal, denn „Pix“ ist eine traditionelle Montblanc-Bezeichnung für Kugelschreiber. Auch die Ausführung der Gewinde unterscheidet sich zwischen Baureihen und Fertigungsjahren und ist für sich genommen kein Beweis in die eine oder andere Richtung. Wer Gewissheit braucht, etwa vor einem teuren Kauf oder bei einem Erbstück, lässt das Schreibgerät beim Hersteller begutachten; nur dort kann die Echtheit verbindlich festgestellt werden.