Bei vielen Montblanc-Schreibgeräten dieser Jahre ist die Modellnummer nirgends aufgebracht; sie war in erster Linie eine interne Bestellnummer und erscheint nur bei einem Teil der Modelle als Prägung im Kappenring. Eine Bestimmung allein anhand einer verbalen Beschreibung gelingt deshalb selten. Verlässlich ist der Abgleich mit Abbildungen: Länge und Durchmesser, Form der Kappe, Clipform, Farbe der Beschläge, Füllsystem, also Patronenfüller, Kolbenfüller oder Druckfüller, und die Ausführung der Feder ergeben zusammen ein Bild, das sich einer Modellreihe zuordnen lässt. Für die Modelle der 1970er und 1980er Jahre bietet die Sammlerliteratur, allen voran das Standardwerk „Collectible Stars“, eine nahezu vollständige Übersicht; ohne ein solches Nachschlagewerk kommt man kaum aus. Hilfreich ist zudem der Besuch eines Sammlertreffens oder einer Börse, wo sich ein Stück unmittelbar mit bekannten Vergleichsexemplaren abgleichen lässt.

Bei der Einordnung sollte man im Blick behalten, dass Montblanc bis Anfang der 1990er Jahre den gesamten Markt bediente, vom einfachen Schulfüllhalter bis zum Meisterstück, und sich erst danach auf das gehobene Segment konzentrierte. Viele Schreibgeräte dieser Zeit sind handwerklich gut gemacht, erzielen aber niedrige Sammlerpreise, so dass sich eine Instandsetzung rechnerisch häufig nicht lohnt. Ersatzteillager für Jahrzehnte alte Modelle gibt es nicht; im Zweifel muss ein Spenderstück zerlegt werden. Bei undichten oder nicht mehr anschreibenden Federn lohnt zunächst ein gründliches Spülen mit Wasser, bevor man über eine Reparatur nachdenkt.