Der vom Hersteller genannte Preis ist eine unverbindliche Empfehlung; die Preisgestaltung liegt beim Händler. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass Fachgeschäfte und selbst Montblanc-Boutiquen länger vorrätige Stücke deutlich über oder deutlich unter dieser Empfehlung anbieten. Nach oben weichen vor allem ausverkaufte Limited und Special Editions ab, die als Sammlerstücke gehandelt werden: In einem Frankfurter Fachgeschäft war 2006 ein Kugelschreiber der Writers Edition Proust mit 1.000 Euro ausgezeichnet. Nach unten wird ebenso deutlich abgewichen, wenn Restbestände abverkauft werden; in der Hamburger Boutique waren die letzten Stücke der Jungle Eye Collection seinerzeit um 60 Prozent reduziert.
Ebenso steht es Händlern frei, Teile ihrer Ladenausstattung abzugeben, etwa die doppelten Tintenfass-Sets, die eigentlich für die Präsentation im Geschäft bestimmt sind; ein solches Set wurde 2006 für 295 Euro angeboten. Für Käufer bedeutet das: Ein Preis über der Empfehlung sagt nichts über Echtheit, Alter oder Qualität aus, sondern nur etwas über die Einschätzung des Händlers zur Nachfrage. Bei vergriffenen Editionen lohnt der Abgleich mit aktuellen Sammlerpreisen, bei laufender Ware der Blick in die gültige Preisliste.