Ein gewisser Leerlauf ist bei der Kolbenmechanik konstruktiv gewollt. Nach dem Lösen der Blindkappe geschieht zunächst nichts, erst nach knapp einer Umdrehung greift die Mechanik spürbar und der Kolben setzt sich in Bewegung. Diese Leerlaufphase verhindert, dass der Kolben unbeabsichtigt betätigt wird und Tinte in die Kappe oder in das Griffstück gedrückt wird. Sie tritt unabhängig vom Füllstand auf und ist kein Mangel.

Zu prüfen ist dagegen die Blindkappe selbst, also der Kopf der Kolbenmechanik. Sie muss sich so weit festdrehen lassen, dass sie sicher sitzt und sich im Gebrauch nicht von allein mitdreht. Lässt sie sich nicht mehr festziehen oder dreht sie ohne Anschlag durch, liegt ein Defekt vor. Bei einem noch nicht ein Jahr alten Schreibgerät ist das ein klarer Reklamationsgrund, der über den Fachhändler oder den Werkskundendienst abzuwickeln ist. Von eigenen Reparaturversuchen ist abzuraten: Die Mechanik wird dabei leicht beschädigt, und Ansprüche aus der Gewährleistung gehen verloren.