Moin Pierre,
so, nachdem ich ein paar mehr und detailiertere Bilder gesehen habe, bin ich mir recht sicher.
Dieser 4-Farb-Sift wurde zwischen ca. 1930 und 1935 von Fend, Pforzheim (1899-1999) hergestellt, dem Erfinder und Patenteinhaber für diese Mehrfarb Mechaniken. Fend fabrizierte nicht nur unter eigenem Namen, sondern auch für viele andere Schreibgerätefirmen und brachte dann deren Markenzeichen auf den Stiften an. Diese Modelle unterschieden sich meistens nur am Clip und an dem Kappenkopf (sowie natürlich dem Markenschriftzug) von den unter Fend erschienenen Produkten. Aber es gab schon eine unterschiedliche Zahl von Modellen: runde, 8-eckige, 12-eckige, in unterschiedlichen Metallen und Legierungen, mit unterschiedlichen Guillochen und Clips und Kappenköpfen ...
Aber dennoch kann und darf man sagen, dass ein für Montblanc gefertigter Mehrfarbstift ein echter Montblanc ist, nur eben made by Fend.
900er Silber war bis zum WW2 fast überall in der Welt das Silber mit dem höchsten Reinheitsanteil, nur im anglkanischem Raum wurde 925er (Sterling-)Silber verwandt. (835er Silber wurde als Deutsches Silber bezeichnet.) Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich international das Sterling Silber durch.
Die Minen hatten den damals bei Druckbleistiften üblichen Durchmesser von 1,18mm, waren aber nur halb so lang (ca. 2,5cm). Leider kenne ich weltweit keinen Hersteller mehr für diese farbigen 1,18mm Buntstiftminen, nur für die schwarzen Minen bekommt man heute noch Ersatz von Yard-o-Lead oder Caran d\'Ache.
In den 50er Jahren entwickelte Fend dann die Mehrfarb-Kugelschreibermine und deren Mechaniken als Ersatz für die farbigen Buntstift Mechaniken. Diese Kugelschreiber-Minengröße ist zum internationalen Standard geworden und findet sich auch heute noch in vielen Kugelschreibern (Montblanc Mozart, LAMY twin- und tri-pen und allen Mehrfarb-Kugelschreibern weltweit).
Mitte der 80er Jahre stellte Fend die Produktion ein, eine Verlängerung der Patente war wohl nicht mehr möglich gewesen und billige 4-Farb-Stifte aus Fernost hatten Fend schon in den 70er Jahren arg zu schaffen gemacht. Der Enkel (oder Ur-Enkel?) des Firmengründers bemühte sich noch als […]