Nein. Seriennummern, Herkunftsangaben wie Germany und andere Gravuren sind kein Echtheitsnachweis, denn sie lassen sich ebenso nachahmen wie das Schreibgerät selbst; Fälschungen tragen regelmäßig vollständige Nummern und Imprints. Umgekehrt fehlen bei älteren Originalen Seriennummern ganz, da Montblanc sie erst seit den frühen 1990er Jahren vergibt. Aussagekräftig ist nur die Gesamtheit der Ausführung aus Form, Beschlägen, Ringen, Clip, Oberflächenbearbeitung und Schreibteil im Abgleich mit einer gesicherten Modellübersicht. Eine Farb- oder Materialkombination, die es bei der betreffenden Edition nie gab, schließt ein Original aus, selbst wenn System und Optik auf den ersten Blick passen; das gilt etwa für Stücke, die einer Muses Edition nachempfunden sind, aber in einer nie gefertigten Kombination aus Silber und Gold auftreten.

Verbindlich klären lässt sich die Frage nur beim Hersteller. Montblanc nimmt Schreibgeräte zur Prüfung entgegen, üblicherweise gegen eine Bearbeitungsgebühr, und erteilt anschließend eine rechtsverbindliche Auskunft. Das empfiehlt sich besonders, wenn ein Kauf rückabgewickelt werden soll. Auch die Herkunft als Präsent eines Geschäftspartners ist kein Beleg für die Echtheit, denn gerade auf diesem Weg gelangen Nachahmungen häufig unbemerkt in Umlauf.