Bei den vergoldeten Silbermodellen verraten sich auch gute Fälschungen an Details. Die Seriennummer muss gelasert sein, also grau wirken und nur an der Oberfläche liegen; erscheint sie eingraviert und tief eingeschnitten, spricht das gegen ein Original. Zweitens die Verarbeitung am Kappenkopf: Der Übergang zwischen Kappenkopf, Clip und Kappe ist bei Montblanc präzise ausgeführt, zu tiefe Rillen und ungenaue Passungen kommen dort nicht vor. Drittens das Guillochemuster – bei der Faden-Guilloche des Originals läuft es am Übergang zum Kappenkopf in bestimmter Weise aus, Abweichungen sind ein deutliches Warnzeichen. Auch Ringe in einer Farbe, die nicht zur übrigen Vergoldung passt, etwa silberfarbene Ringe an einem sonst durchgehend vergoldeten Vermeil-Stück, entsprechen keiner Katalogausführung; die Punze „Ag 925“ allein belegt nichts.
Eine verbindliche Beurteilung kann nur der Hersteller abgeben, denn die Fälschungen sind inzwischen so gut, dass man sie oft in der Hand halten muss, um sie zu erkennen – anhand von Fotos ist selbst für erfahrene Sammler häufig keine sichere Aussage möglich. Montblanc prüft eingesandte Schreibgeräte in Hamburg gegen eine Pauschale, die Rückversand und Gutachten einschließt; sie lag bei 61 Euro (Stand 2016). Beim Kauf über Online-Marktplätze zahlt sich ein Zahlungsweg mit Käuferschutz aus: Verkäufer, die eine angekaufte Sammlung weiterveräußern, wissen von der Fälschung oft selbst nichts und erstatten den Kaufpreis.