Ja. Bis Anfang der 1990er Jahre war Montblanc ähnlich breit aufgestellt wie andere große deutsche Hersteller und fertigte vom einfachen Schulfüllhalter bis zum hochwertigen Schreibgerät alles. Kugelschreiber der unteren Preislagen waren entsprechend verbreitet und wurden auch als Werbeträger eingesetzt. Bekannt sind Montblanc-Kugelschreiber mit dem Aufdruck von Zeitungen und Zeitschriften, darunter der Schriftzug einer überregionalen Tageszeitung. Dass solche Stücke als Prämie für ein Abonnement vergeben wurden, ist naheliegend, im Einzelfall aber kaum noch zu belegen.
Auch später gab es wieder vergleichsweise preiswerte Serien, die von vornherein für den Firmenkundenbereich gedacht waren: Die Schreibgeräte der Scenium-Reihe waren ausdrücklich als Corporate Gift konzipiert, wurden daneben jedoch ebenso regulär im Handel verkauft. Sammlerisch sind Werbeausführungen zwiespältig. Ein Firmen- oder Zeitungsaufdruck mindert den Wert eines gewöhnlichen Modells deutlich, macht das Stück aber zum Zeitdokument und ist für Sammler, die sich für die frühere Marktpositionierung der Marke interessieren, gerade deshalb reizvoll. Ein Hinweis auf eine Fälschung ist ein solcher Aufdruck für sich genommen nicht.