Die verbreitetsten Merkmale betreffen Ringe, Nummer und Clip. Die Kappen- und Schaftringe der Fälschungen zeigen die typischen Kerben, und die Seriennummer ist eingestanzt statt sauber lasergraviert, häufig so unsauber, dass sie selbst mit der Lupe schwer zu entziffern ist. Auch der Schriftzug Montblanc Meisterstück auf dem mittleren Kappenring ist oft schlecht lesbar. Ein weiterer Prüfpunkt ist der Sitz des Clips, der bei Nachbauten zu tief, nämlich unterhalb des Kappenrings, ansetzt. Wirkt das Schreibgerät von der Stärke her wie ein Rollerball der Größe 162, müsste die Kappe zudem verschraubt sein; eine bloß aufgesteckte Kappe spricht gegen ein Original.

Die oft gehörte Auskunft, solche Stücke seien Sonderausführungen für den asiatischen Markt, trifft nicht zu. Editionen dieser Art hat Montblanc nie aufgelegt, und fernöstlich anmutende Motive wie Drachenornamente auf einem vermeintlichen Meisterstück sind bereits für sich genommen ein Ausschlusskriterium. In China kosteten solche Nachbauten um 2013 ein bis zwei Euro, bei Auktionen erzielten sie ein Vielfaches davon.

Vor dem Gebot lohnt es sich, den Verkäufer anzusprechen und ein Rückgaberecht zu vereinbaren; viele Anbieter wissen selbst nicht, was sie verkaufen, und lassen sich darauf ein. Gute Verkäuferbewertungen sagen über die Echtheit nichts aus, und ein auffällig niedriger Zuschlagspreis ist eher ein Warnzeichen als ein Glücksfall.