Nein, normal ist das nicht. Der Kolben schließt den Tintenraum ab; hinter ihm, also auf der Seite des Kolbendrehknopfs, gehört keine Flüssigkeit hin. Sammelt sich dort nach dem Spülen Wasser, ist entweder die Kolbendichtung nicht mehr dicht, oder der Füllhalter wurde zu tief und zu lange ins Wasser gehalten, sodass Feuchtigkeit an der Dichtung vorbeigezogen ist. Stehende Feuchtigkeit im Schaft greift auf Dauer die Mechanik an und sollte deshalb nicht einfach hingenommen werden.

Ein schwergängiger Kolben deutet in dieselbe Richtung: Die Dichtung ist ausgetrocknet oder verhärtet und gleitet nicht mehr. Wer dann mit Kraft weiterdreht, riskiert einen Bruch der Kolbenmechanik, deren Reparatur ungleich aufwendiger ist als das Erneuern der Dichtung. Beides gehört in fachkundige Hände, also zum Werksservice oder in eine auf Schreibgeräte spezialisierte Werkstatt, wo die Dichtung ersetzt und die Mechanik neu gefettet wird. Bei einem erst wenige Jahre alten Meisterstück ist ein undichter Kolben in der Regel ein Garantie- oder Kulanzfall. Bis zur Reparatur lässt man den Füllhalter offen und vollständig austrocknen und befüllt ihn nicht erneut.