Förmliche Begutachtungen von Schreibgeräten bieten in Deutschland nur sehr wenige Fachleute an; regelmäßig genannt wird Stefan Wallrafen. Die Kosten richten sich üblicherweise nach dem ermittelten Wert und liegen bei etwa zehn Prozent davon, wobei je Schreibgerät ein Mindestbetrag anfällt. Daraus ergibt sich die praktische Konsequenz: Ein Gutachten lohnt sich nur für wirklich hochwertige Einzelstücke, etwa frühe Safety-Füllhalter, seltene Editionen oder Massivgold-Ausführungen. Bei einer gemischten Sammlung gängiger Modelle übersteigen die Gebühren den Wert der Stücke.
Für den Normalfall ist die unter Sammlern übliche Methode die bessere: Man ordnet jedes Stück zunächst nach Modell, Baujahr und Ausstattung ein und gleicht es dann mit tatsächlich erzielten Verkaufspreisen vergleichbarer Exemplare in vergleichbarem Zustand ab. Entscheidend sind dabei Zustand von Feder und Gehäuse, Funktionsfähigkeit des Füllsystems, etwaige Risse sowie die Vollständigkeit von Etui und Unterlagen. Ein Gutachten wird vor allem dann gebraucht, wenn ein Wert gegenüber Dritten belegt werden muss, etwa gegenüber einer Versicherung oder in einer Erbauseinandersetzung.