Bei Kugelschreibern lautet die Antwort nein. Montblanc-Minen sind etwa zwei Millimeter länger als die von Caran d'Ache, haben einen etwas größeren Durchmesser und im vorderen Bereich eine Stufe, sodass sie gar nicht erst durch die Öffnung passen. Umgekehrt lassen sich Caran-d'Ache-Minen zwar in einen Montblanc einsetzen, die Schreibspitze tritt dann aber nicht weit genug heraus, um in normaler Schräghaltung schreiben zu können. Beide Hersteller haben ihre Minenform bewusst so gestaltet, dass sie nicht in fremde Schreibgeräte passt. Bei Cross und Parker war das anders: Nach Ablauf des auf fünfundzwanzig Jahre begrenzten Gebrauchsmusterschutzes wurden die Rechte nicht verlängert, weshalb andere Hersteller wie Pelikan diese Minenformen übernehmen konnten.
Beim Tintenroller verhält es sich umgekehrt: Dort passen die Standardminen von Schmidt Feintechnik, die auch die Montblanc-Minen fertigen. Das Gewinde an der Montblanc-Mine wird nur von Montblanc-Gehäusen benötigt, und ihr Endstück ist minimal länger, sodass eine Montblanc-Mine in einem fremden Tintenroller unter Spannung geraten und auslaufen kann.
Tintenpatronen sind der unproblematische Fall: Montblanc verwendet das gängige Standardformat, seine Patronen passen daher in alle Füllhalter für Standardpatronen. Auch Fremdpatronen lassen sich mechanisch in Montblanc-Füllhalter einsetzen; der Hersteller rät davon ab, in der Praxis sind Probleme aber vor allem dann zu erwarten, wenn im Tintenleiter Tinten sehr unterschiedlicher Zusammensetzung aufeinandertreffen.