Ein Füllhalter, der lange nicht benutzt wurde, schreibt in aller Regel deshalb nicht an, weil eingetrocknete Tinte den Tintenleiter und den Federspalt verstopft. Vor jeder Behandlung ist zu klären, aus welchem Material das Gehäuse besteht. Bei Modellen aus Kunststoff beziehungsweise Edelharz, wie sie ab den 1960er Jahren üblich sind, genügt meist geduldiges Wässern: Das abgeschraubte Vorderteil mit Feder und Tintenleiter stellt man mehrere Stunden, bei starker Verkrustung über Nacht, mit der Feder nach unten in ein Glas mit lauwarmem Wasser, ohne dass die Füllmechanik mit ins Wasser taucht. Anschließend wird mit klarem Wasser nachgespült, bis keine Farbe mehr austritt. Bei Kolbenfüllhaltern kann man stattdessen mehrfach Wasser aufziehen und wieder ausdrücken. Ein Ultraschallbad beschleunigt die Reinigung, sollte aber nur kurz und ohne Erwärmung angewendet werden.
Vorsicht ist bei älteren Gehäusen aus Zelluloid geboten. Zelluloid verträgt längeres Wässern nicht, es kann Farbe und Glanz verlieren und sich verziehen; ebenso leidet die Korkdichtung eines alten Kolbenfüllhalters. Solche Stücke reinigt man nur kurz und möglichst zerlegt, besser aber in einer auf alte Schreibgeräte spezialisierten Werkstatt. Bleibt die Feder nach gründlicher Reinigung trocken, oder tritt Tinte am Griffstück aus, sind Tintenleiter oder Dichtung schadhaft, und es hilft nur eine Instandsetzung. Bei Erbstücken mit Widmungsgravur lohnt sich diese fast immer, unabhängig vom reinen Sammlerwert.