Ein wiederkehrendes Muster betrügerischer Angebote sieht so aus: Die Fotos stammen aus anderen, echten Auktionen und zeigen tatsächlich vorhandene Originale, während der Beschreibungstext unverändert von einem völlig anderen Produkt übernommen wurde. In der Überschrift wird etwa ein Meisterstück 146 angeboten, im Text steht die Beschreibung eines Noblesse-Drehbleistifts mit 0,7-Millimeter-Mine, und derselbe Text taucht bei sämtlichen Angeboten desselben Verkäufers auf. Dieser Widerspruch zwischen Titel, Bild und Beschreibung ist oft das einzige Merkmal, an dem sich der Betrug überhaupt erkennen lässt – am Foto selbst ist nichts auffällig, weil es ein echtes Stück zeigt.
Solche Angebote laufen häufig über gekaperte Verkäuferkonten, deren aufgebaute Bewertungen Seriosität vortäuschen sollen. Typisch sind zudem sehr kurze Laufzeiten von nur einem Tag: Bis Hinweise von Käufern oder Markeninhabern greifen und ein Angebot beendet wird, vergehen erfahrungsgemäß drei bis vier Tage – die Auktion ist dann längst gelaufen. In manchen Fällen steht hinter derartigen Angeboten nicht einmal ein Schreibgerät, sondern der Versuch, an Zahlungsdaten zu gelangen. Wer ein Angebot prüft, sollte deshalb Text und Bild gegeneinanderhalten, sehr kurze Laufzeiten misstrauisch betrachten und die bisherige Verkaufshistorie des Kontos ansehen (Stand 2005).