Kappen und Schäfte von Montblanc-Schreibgeräten der 1920er bis 1940er Jahre, etwa beim Modell 334, bestehen in der Regel aus Hartgummi. Dieses Material ist ursprünglich tiefschwarz, oxidiert unter Luft- und Lichteinfluss jedoch langsam und nimmt dabei einen braunen bis olivgrünen Ton an. Die Verfärbung reicht in die Tiefe und lässt sich durch Polieren nicht einfach abtragen.
Aggressive Polituren und lösungsmittelhaltige Politurwatte greifen Hartgummi zusätzlich an: Die Farbe schlägt ins Gelbgrüne um, und das Material riecht anschließend scharf nach Kunststoff. Erste Hilfe ist, die Chemikalie mit Wasser abzuspülen, aber nur kurz, denn auch längerer Wasserkontakt fördert die Oxidation. Ein stundenlanges Wässern schadet mehr, als es nützt. Bei Metallteilen, etwa einem Druckbleistift mit galvanisierter Oberfläche, ist dieselbe Politurwatte dagegen meist unproblematisch, was leicht zu falschen Erwartungen führt.
Für Hartgummi und andere historische Materialien gilt eine milde Politur wie Wenol als Mittel der Wahl; nach Sammlerangaben wird sie auch bei Montblanc selbst verwendet. Polituren für Acrylglas, etwa Displex, eignen sich ausschließlich für aktuelle Schreibgeräte aus Edelharz und zerstören alte Oberflächen. Viele Sammler verzichten ohnehin bewusst auf das Polieren, weil eine gleichmäßige Patina zum Charakter eines alten Stücks gehört und ein aufgehelltes Gehäuse mit der Zeit ohnehin wieder nachdunkelt.