Als Preis-Qualitäts-Irradiation bezeichnet das Marketing den Effekt, dass Käufer vom Preis auf die Qualität schließen. Teure Produkte werden als hochwertiger eingeschätzt als objektiv gleichwertige, aber günstigere Angebote. Ist etwas kostenlos, so wird es zwar angenommen, aber nicht weiter geachtet: Was nichts kostet, gilt schnell als nichts wert.
Ein bekanntes Beispiel liefert ein Schweizer Uhrenhersteller, der vor einigen Jahren erstmals eine preiswerte Stahluhr anbot. Der Preis war für diese Marke ungewöhnlich günstig, und die Geschäftsleitung rechnete fest mit einem Erfolg; tatsächlich erwies sich das Modell als Ladenhüter. Erst nachdem der Preis um mehrere tausend DM angehoben worden war, verkaufte sich die Uhr glänzend, weil die Kunden ausdrücklich eine teure Uhr wollten. Vergleichbares zeigt sich bei Unternehmensberatungen und Marktforschungsinstituten, deren seit Jahren bekannte Informationen erst dann tatsächlich genutzt werden, wenn zuvor hohe Honorare dafür gezahlt wurden.