Hallo zusammen,
ich habe jetzt schon in einigen Romanen Textpasssagen gefunden (oder erlesen), in denen auch von einem Montblanc Schreibgerät die Rede ist. Aber so schön beschrieben wie im hier angegeben Buch, habe ich es bis jetzt noch nicht gelesen.
Im Buch „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schatten_des_Windes befindet sich eine Passage, in der sich der Titelheld an seine Kindheit als Fünfjähriger erinnert, als er gerne Romancier werden möchte und von einem Füllfederhalter schwärmt.
Textauszug:
Der Gegenstand meiner Anbetung ein prachtvoller, mit weiß Gott wie vielen Kostbarkeiten und Schnörkeln verbrämter schwarzer Füllfederhalter, nahm im Schaufenster den Ehrenplatz ein, als wäre er eines der Kronjuwelen. Ein Wunder in sich selbst, war er ein barockes Delirium aus Silber, Gold und tausend Windungen, das blitzte wie der Leuchtturm von Alexandria. Wenn mein Vater mit mir spazierenging, gab ich keine Ruhe, bis er mit mir den Füllfederhalter anschauen kam. Er sagte, das müsse zum wenigsten das Schreibwerkzeug eines Kaisers gewesen sein. Insgeheim war ich überzeugt, dass man mit einem solchen Wunderwerk alles schreiben konnte, von Romanen bis zu den prächtig gebundenen, wie Soldaten bei einer Parade aufgereihten Bänden eines Lexikons, die im Laden meines Vaters standen.
Er betrat nun mit seinem Vater den Laden um sich nach dem Prachtstück zu erkundigen.
Es stellte sich heraus das es der König der Füllfederhalter war, ein nummerierter Montblanc des Typs „Meisterstück“, der, so behauptete jedenfalls feierlich der Geschäftsführer, keinem geringeren als Victor Hugo gehört hatte. Dieser Goldfeder sei das Manuskript der „Elenden“ entsprungen. Wie er uns mitteilte, hatte er sie persönlich von einem Sammler aus Paris erworben und sich von ihrer Echtheit überzeugt. Und welchen Preis hat denn dieser Born der Wunder, wenn man fragen darf? wollte mein Vater wissen. Allein die Nennung der Summe ließ ihn erblassen.
Nun wissen wir aber, das Victor Hugo von 1802 bis 1885 gelebt hat. Allerdings klärt der Vater einige Zeilen später seinen Sohn mit folgenden Worten auf: Ich glaube gar nicht, dass es zu Zeiten Victor […]