Moin Lothar,
du schreibst, dass du den Füllfederhalter normal gebraucht, regelmäßig gereinigt und nur mit Montblanc Tinte befüllt hast. Die von dir geschilderten Symptome deuten allerdings eher auf eine nicht tägliche Benutzung und eindeutig auf eine nicht ausreichende Reinigung hin. Außerdem wirst du wohl nicht die königsblaue Montblanc Tinte verwendet haben, oder?
Wenn Tinte im Tintentank eintrocknet, darf man nicht nur einfach neue Tinte aufziehen. Denn dann wird die Saturierung der Flüssigkeit immer höher und die Fließeigenschaft nimmt ab, bis sie zu zäh geworden ist, um durch das Tintenleitsystem zur Federspitze zu gelangen. Gerade bei einem Füllfederhalter, wie dem 149er mit seinem sehr großen Tintentank und bei dem man nicht innerhalb weniger Tage den Tank leerschreibt, trocknet immer ein Teil der Tinte ein, wobei dann nur die Flüssigkeit verschwindet, die Farbpartikel aber zurück bleiben. Wenn man nun klares (destilliertes) Wasser anstelle von Tinte wieder auffüllen würde, dann hätte man wieder "normale" Tinte und auch keine Tintenflussprobleme.
Um zukünftig solche kostenpflichtigen Wartungsarbeiten zu minimieren, empfiehlt es sich gerade bei den Kolbenfüllfederhaltern mit großem Tintentank, nach jedem Gebrauch die überschüssige Tinte wieder in das Tintenglas zurückzufüllen und den Kolben mit (normalem) Wasser ein paar Mal durchzuspülen, oder aber dieses Durchspülen vor jeder Wiederinbetriebnahme zu machen - letzteres funktioniert aber nur mit wasserlöslicher Tinte. Ist eine nicht-wasserlösliche Tinte erst einmal im Tank und/oder im Tintenleitsystem eingetrocknet, hilft auch kein Spülen mehr, dann muss das Schreibgerät zum Montblanc Service und der Tintenleiter ausgetauscht werden.
Um also deine Frage, ob dies "normal" sei, zu beantworten: Ja, gerade bei Füllfederhaltern dieser Qualitäts- und Preisklasse ist es sogar systembedingt und technisch notwendig, dass eine entsprechende Pflege regelmäßig durchgeführt wird.
Mit bestem Gruß,
Axel
P.S.
Die "leicht versetzten Federflügel" resultieren aus einem zu starken und verkanteten Druck auf die Feder, den man wahrscheinlich ausgeübt hat, um einen nachlassenden Tintenfluss zu kompensieren. Eine Feder […]