Die Montblanc-Kugelschreiber der 1960er Jahre nahmen bereits die damals neue Großraummine auf, deren Schreibspitze jedoch einen kleineren Durchmesser hatte als die heutige. In den 1970er Jahren wurde der Spitzendurchmesser zugunsten einer besseren Schreibqualität vergrößert. Im Vorderteil der älteren Gehäuse sitzt deshalb ein Kragen, der die Bohrung verengt, sodass eine aktuelle Mine nur wenige Millimeter hineingeht. Montblanc stellte nach der Umstellung noch etwa zehn Jahre lang kostenlose Austauschvorderteile bereit, danach nicht mehr, weil man davon ausging, dass keine alten Kugelschreiber mehr in Gebrauch seien. Entsprechend tauchen heute wieder Stücke mit zu enger Bohrung auf, die jahrzehntelang unbenutzt lagen.

Vom Aufbohren ist abzuraten. Die frühen Kunststoffe haben ihren Weichmacher weitgehend verloren und sind spröde; zusätzlich überträgt der erstaunlich lange Messingkern die Reibungswärme, sodass sich das Material thermisch verformt und meist bricht. Die bessere Lösung ist ein Adapter für eine dicke Euronorm-Mine von Schmidt oder Schneider, deren Schreibspitze in die alten Vorderteile passt, während das Minenende angepasst werden muss. Solche Adapter wurden von Sammlern wie Jürgen Kuhse in Köln gegen ein geringes Entgelt angefertigt. Dieselbe dicke Euronorm-Mine lässt sich auch in den sogenannten Ballograph-Montblanc-Kugelschreibern der 1950er Jahre verwenden, wenn man ihr Kunststoffende abschneidet und rundfeilt.