Aus der Ferne ist die Ursache nie sicher zu bestimmen, in Frage kommen aber regelmäßig drei Dinge. Erstens Rückstände: Ein Füllhalter, der lange stand oder über Jahre mit derselben Tinte geschrieben wurde, setzt im Tintenleiter Reste an, die den Fluss bremsen. Dagegen hilft gründliches Spülen mit lauwarmem Wasser, bei Bedarf über Nacht, und zwar regelmäßig und nicht erst, wenn es hakt. Zweitens die Feder: Sitzt sie nicht richtig auf dem Tintenleiter oder ist sie leicht verbogen, stehen die Federhälften nicht mehr auf gleicher Höhe, und der Halter setzt beim Anschreiben aus. Drittens die Tinte: Die Fließeigenschaften unterscheiden sich zwischen den Marken erheblich, und schon ein Tintenwechsel kann ein zähes Schreibverhalten beheben.
Als Faustregel gilt: Bringt das Spülen nur kurzzeitig Besserung und verschlechtert sich der Fluss danach wieder, liegt die Ursache eher an Feder und Tintenleiter als an Verschmutzung. Das Richten einer Feder gehört in fachkundige Hände, weil sich der Spalt zwischen den Federhälften mit bloßem Auge kaum beurteilen lässt und unsachgemäße Versuche das Iridiumkorn beschädigen. Sehr breite Federn älterer Schreibgeräte geben zudem naturgemäß viel Tinte ab, die langsam trocknet; das ist eine Eigenschaft der Feder und kein Defekt, macht schnelles Schreiben aber mühsam.