Passen Etui, Dauergarantieschein und Füllhalter zeitlich nicht zusammen, liegt das oft an Montblancs Serviceverfahren der 1960er und 1970er Jahre: Stand eine teure Reparatur an, bot das Haus den Kunden an, das alte Schreibgerät gegen ein aktuelles Modell einzutauschen und die voraussichtlichen Reparaturkosten auf den Kaufpreis anzurechnen. Viele Kunden nahmen das Angebot an, behielten aber die alte Schachtel und die alten Papiere. So finden sich bis heute Etuis und Garantiescheine etwa eines Meisterstücks 744 aus den 1950er Jahren, in denen ein deutlich jüngerer Füllhalter steckt.
Ein typischer Fall ist der Patronenfüllhalter 1246P, der nur zwischen 1974 und 1977 gebaut wurde. Im alten Etui mit Walzgold-Papieren wirkt er wertvoller, als er ist, denn er gehört zum normalen Gebrauchsprogramm und nicht zur Spitzenklasse.
Für die Bewertung eines solchen Sets zählt deshalb immer das Schreibgerät selbst, nicht die Verpackung. Originaletui und Papiere behalten ihren Reiz, wenn sich das zugehörige Modell später wiederbeschaffen lässt. Verlässliche Wertangaben sind ohnehin nur möglich, wenn der Zustand aus der Hand beurteilt werden kann.