Der Filarmonica ist ein Kolbenfüllfederhalter aus dunkelbraunem Zelluloid im Stil der 1930er Jahre, das von goldschimmernden Linien durchzogen ist. Das Material ist kratzfester und beständiger als andere Naturharze und ergibt eine warme Haptik, die mit modernen Werkstoffen kaum zu erreichen ist. Ringe und Clip sind passend zur Farbe vergoldet; die fünf Kappenringe stehen für die Linien eines Notenblatts. Auf dem Schaft steht der Schriftzug Filarmonica in Kalligrafie, dessen F sich in der Feder wiederholt. In der Größe entspricht der Halter etwa einem Meisterstück 146 LeGrand, wiegt aber deutlich weniger.
Die Besonderheit ist die doppelt geschlitzte Notenfeder aus 18 Karat Gold. Sie ist 1,2 Millimeter breit, das Korn ist scharf und flach wie bei einer Stub-Feder geschliffen, was einen schmalen Auf- und einen sehr breiten Abstrich ergibt. Der Tintenfluss setzt schon bei leichtestem Andruck satt ein, der Halter ist dadurch immer anschreibbereit und erlaubt es, Strichstärke und Tintenmenge über den Druck zu variieren. Hält man ihn wie einen Füllhalter mit M-Feder, kratzt er hörbar; leicht gedreht, also in der Haltung für eine OM-Feder, gleitet er ohne Aussetzer über das Papier. Mit weniger deckenden Tinten treten die Druckunterschiede besonders deutlich hervor. Auf Wunsch kann statt der Notenfeder eine normale OMAS-Goldfeder eingebaut werden.
Quelle: Newsletter 1/2005, Februar 2005 · Originalausgabe als PDF ›
Der Filarmonica ist eine italienische Füllfederhalter-Edition mit deutschem Ursprung: Entworfen wurde sie in Hamburg. Das Projekt begann im März 2004 mit der Frage, ob sich überhaupt noch eine Musikfeder fertigen lässt. Erst nachdem der Heidelberger Federhersteller Peter Bock ein vorsichtiges Ja signalisiert hatte, wurde die Edition ernsthaft verfolgt. Seit Anfang Dezember 2004 ist der Füllhalter auf dem Markt; der Vertrieb an den deutschen und niederländischen Fachhandel läuft über den OMAS-Importeur.
Die Auflage beträgt 300 Exemplare. Gewidmet und inspiriert ist die Edition von der Hamburger Elbphilharmonie auf dem Kaispeicher A in der Hafencity. Erste Prototypen wurden bereits während der Entwicklung öffentlich gezeigt, so dass Anregungen anderer Sammler noch in die Konzeptionsphase einfließen konnten - für eine Edition dieser Art ein ungewöhnliches Vorgehen.
Quelle: Newsletter 1/2005, Februar 2005 · Originalausgabe als PDF ›