Zuerst hilft der Größenvergleich: Der 146 LeGrand ist das große Meisterstück, der Classique mit den Nummern 144 und 145 ist deutlich schlanker und kürzer. Wirkt ein vermeintlicher LeGrand zu klein, handelt es sich meist schlicht um einen Classique und nicht um eine Fälschung.

Für die Datierung ist zu wissen, dass Montblanc den 146 im Lauf der Jahrzehnte immer wieder überarbeitet hat. Feder, Kappenring-Beschriftung, Beschläge und vor allem der Tintenleiter wurden mehrfach geändert, sodass sich anhand der Bauform des Tintenleiters das Herstellungsjahr grob auf ein Jahrzehnt eingrenzen lässt. Ein Tintenleiter jüngerer Bauart in einem älter wirkenden Gehäuse kann auf einen Federtausch im Service hindeuten, was den Sammlerwert mindert, den Gebrauchswert aber nicht.

Der zweite Anhaltspunkt ist die Verarbeitung: sauber geschnittene Gewinde, ein exakt sitzender Kappenring, gleichmäßige Gravuren und ein Kolben, der ohne Ruckeln läuft. Verbindlich beurteilen kann die Echtheit nur Montblanc selbst, und das nur am eingesandten Stück. Ein auf einem Antikmarkt gefundener 146 ist deshalb nicht automatisch verdächtig, denn Fälschungen orientieren sich in aller Regel an aktuellen Modellen.